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ZIEGEN-SACHKUNDE-THEMEN FÜR §11

Für alle Ziegenhalter, die den Sachkundenachweis nach §11 beantragen möchten und für das Fachgespräch, welches dann auf dem eigenen Hof mit dem zuständigen Amstveterinär geführt wird, gut vorbereitet sein wollen.

 

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Wer benötigt die Erlaubnis nach §11 des deutschen Tierschutzgesetzes?

  • alle, die gewerbsmäßig mit Tieren umgehen und die nötige Sachkunde nicht auf anderem Wege (z. B. entsprechende Berufsausbildungen) erworben haben, insbesondere sogenannte „Quereinsteiger“.
  • jeder, der gewerbsmäßig einen Reit- oder Fahrbetrieb unterhält
  • tierheimähnliche Einrichtungen (z. B. Gnadenhof)
  • Händler und Züchter
  • jeder der Tiere selbst zur Schau oder dafür zur Verfügung stellt

Nicht gesetzlich vorgeschrieben ist die Erlaubnis für Personen, die privat Ziegen halten oder trainieren/ausbilden – nichtsdestotrotz ist es auch oder gerade für diesen Personenkreis sinnvoll sich in diesem Gebiet auszukennen.

 

Fazit:

im Zweifelsfall muss jeder eine entsprechende Sachkunde vorweisen können!

Gemäß §2 des Tierschutzgesetzes muss jeder Tierhalter sachkundig sein, d.h. er muss über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Wer gewerblich mit Ziegen etwas anbieten möchte (z. B. tiergestützte Aktivitäten), benötigt hinzu den Sachkundenachweis nach §11 des Tierschutzgesetzes.

 

Ein Sachkundeseminar ist also im Wesentlichen für folgende Personen interessant:

  • Trainer, Anbieter von Ziegenwanderungen ohne Berufsausbildung in diesem Bereich (Quereinsteiger)
  • Personen, die einen Einstellerbetrieb gründen möchten ohne entsprechende berufliche Ausbildung (Quereinsteiger)
  • Privatpersonen, die für sich selbst eine breite Basiskenntnis zum Thema Ziegen erlangen wollen

Wer erteilt die Erlaubnis nach §11 des deutschen Tierschutzgesetzes?

  • Die Zuständige Behörde (in der Regel das Veterinäramt des Kreises oder der kreisfreien Stadt in der die Tätigkeit aufgenommen werden soll)
  • die Erteilung der Erlaubnis stellt immer eine Einzelfallentscheidung dar
  • die Sachkunde ist laut Allgemeine Verwaltungsvorschrift des Tierschutzgesetzes von jeder Behörde einzeln zu prüfen

Wann ist die Erlaubnis einzuholen?

  • VOR dem Beginn der Ausübung der Tätigkeit!!!

An diesen Abenden wird vermittelt,

wie du den Bedürfnissen dieser äußerst intelligenten Tieren gerecht wirst.


In manchen Landkreisen wird dieses Webinar auch als Sachkundenachweis nach §11 anerkannt:

  • Raststatt ohne Prüfung (Baden Württemberg)
  • Westerwaldkreis ohne Prüfung (Rheinland-Pfalz)
  • Dithmarschen mit Prüfung (Schleswig Holstein)
  • märkischer Kreis Sauerland und Südwestfalen ohne Prüfung (Nordrhein-Westfalen)

Zitat eines Amtsveterinärs in NRW:

Die Anerkennung der ausreichenden Sachkunde im Rahmen des Antrags gemäß §11 Tierschutzgesetz ist eine Einzelfallentscheidung und hängt gegebenenfalls von der Übermittlung weiterer Unterlagen ab.

 

Hier einige wenige Beispielfragen,

die bei der Sachkundeprüfung gestellt werden

und die im Seminar daher natürlich auch thematisiert werden:

  • Aus welchen Substanzen bestehen die Zähne der Ziege (Capra)?
  • Verfügen Ziegen (Capra) über Voraugen- und Inguinaldrüsen wie z. B. auch Antilopen?
  • Welche Form hat die Luftröhre der Ziegen (Capra) im Querschnitt?
  • Wie lange dauert der ovarielle Zyklus einer Ziege (Capra)?
  • Wozu benötigen Ziegen (Capra) Licht?
  • Die Ziegen (Capra) werden den viviparen Tieren zugeordnet. Was verstehen Sie darunter?
  • Welche Form haben die Nieren der Ziegen (Capra)?
  • Erklären Sie bitte, was sind Infusorien in Bezug auf Ziegen (Capra) und wo sind sie zu finden?
  • Wie viele Paare Milchschneidezähne hat ein Ziegenlamm (Capra) im Alter von über vier Wochen?
  • Was ist ein Agrimi unter den Ziegen (Capra)?
  • Was versteht man unter dem Rein-Raus-Prinzip?
  • Nennen Sie Erreger, die zu Euterentzündungen bei einer Ziege (Capra) führen können.
  • Wodurch wird die Azetomänie (Ketose) bei Ziegen (Capra) ausgelöst?

1. BIOLOGIE

  • Anatomie
  • motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten
  • Fortpflanzung (Verhalten, Zyklus, Trächtigkeit, Geburt)
  • Individuelentwicklung (Ontogenese)
  • Verhaltensbiologie
  • soziale Organisation (Rangordnung, Sozialverhalten)
  • Ausdrucksverhalten (Kommunikation mit Artgenossen und Menschen)
  • Spielverhalten
  • Aggressionsverhalten
  • Domestikation (domestikationsbedingte Veränderungen)
  • Rassekunde (Eignungen und rassespezifisches Verhalten)
Rassekunde
Rassekunde

2. HÄUFIGE ERKRANKUNGEN, MEDIZINISCHE PROPHYLAXE/VERSORGUNG

  • Verletzungen, Erste Hilfe, Notfallmaßnahmen
  • wichtige Infektionskrankheiten
  • Impfungen (wann, was) und Gesundheitsprophylaxe (z. B. Entwurmungen)
  • Endo- und Ektoparasitosen
  • häufige Erkrankungen (Bewegungsapparat, Stoffwechselerkrankungen, altersbedingte Einschränkungen etc.)

ERSTE HILFE - gebrochene Hornspitze
ERSTE HILFE - gebrochene Hornspitze

3. AUFZUCHT, HALTUNG, FÜTTERUNG

UND ALLGEMEINE HYGIENE

  • Grundlagen der Hygiene
  • Grundlagen der Zucht, Haltung, Ernährung und Pflege
  • Erkennen von Abweichungen (anatomisch, physiologisch)

Fütterung
Fütterung

4. EINSCHLÄGIGE TIERSCHUTZRECHTLICHE UND SONSTIGE BESTIMMUNGEN

  • Tierschutzgesetzt (§2, §3, §4, §11)
§ ... darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden ... §
§ ... darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden ... §

5. AUSBILDUNG, TRAINING

  • Lernverhalten (Lernformen, klassische Konditionierung, formales, soziales Lernen)
  • tierschutzgerechte und tierschutzwidrige Erziehungsmethoden
  • altersspezifische Ausbildung
  • angemessene Beschäftigung und Auslastung von Ziegen (rassespezifisch, altersgemäß)
  • Trainingsgestaltung (Ablauf, Aufbau etc.)
  • Angst- und Aggressionsverhalten
  • Stress bei Ziegen (Physiologie des Stressgeschehens, Stressvermeidung und Stressmanagement, Auswirkungen von Stress im Alltag)
  • Erkennen und Korrigieren unerwünschten Verhaltens, Verhaltensstörungen (z. B. lautes Meckern, Zerstören, Trennungsangst, stereotypes Verhalten)
Ausbildung zur Trekkingziege
Ausbildung zur Trekkingziege

ABSCHLUSSPRÜFUNG & ZERTIFIKAT

 

Wer eine Prüfung ablegen muss oder möchte, erhält bei Bestehen auch ein Zertifikat.

Um die Abschlussprüfung zu bestehen, müssen 60% der Fragen, die in einem digitalen Multiple Choice Test gestellt werden, richtig beantwortet werden