Der Begriff Caprino leitet sich vom lateinischen Wort Capra ab,
dem wissenschaftlichen Namen für die Ziege.
Aus dieser Wortwurzel wurde die Bezeichnung Caprino-Therapie entwickelt.
Sie beschreibt eine tiergestützte Intervention mit Ziegen.
Die Wortschöpfung orientiert sich an bereits etablierten Therapieformen
wie der Hippotherapie (tiergestützte Intervention mit Pferden)
und der Asino-Therapie (tiergestützte Intervention mit Eseln).
Mein Training folgt keinem Trend und keiner Mode.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Methoden kennengelernt, geprüft und hinterfragt. Daraus ist mein eigener Weg entstanden – klar, konsequent und zutiefst respektvoll gegenüber dem Wesen der Ziege.
Was mich deutlich von vielen anderen Trainern unterscheidet:
Ich arbeite bewusst ohne Leckerlis.
Konsequenz, gegenseitiger Respekt, Geduld und eine große Portion Herz bilden die Basis meines Trainings. Für mich steht die Ziege nicht als „Befehlsempfänger“, sondern als Partner an meiner Seite.
In meinem Training geht es nicht um Unterwerfung oder bedingungslosen Gehorsam.
Ich vermittle Inhalte auf partnerschaftliche Weise und achte aufmerksam auf die Körpersprache meines Gegenübers.
Ich höre hin, beobachte genau und passe mein Vorgehen an das individuelle Tier an.
Trainingsmethoden die mit Strafe arbeiten,
aber auch Methoden die man mit Leckerlis betreibt,
üben Druck auf die Ziegen aus.
Die Belohnung durch ein Leckerli blockiert dabei den freien Willen.
Ich arbeite weder mit Strafe noch mit Futterbelohnung.
Die Gabe von Leckerlis im Training empfinde ich als "kontrakreatürlich".
Ein Tier sollte nicht kooperieren, weil es eine appetitliche Gegenleistung erwartet,
sondern weil es versteht, vertraut und sich sicher fühlt.
Belohnung über Futter erzeugt – bewusst oder unbewusst – eine Erwartungshaltung
und übt damit Druck aus.
Mein Ziel hingegen ist eine Zusammenarbeit aus innerer Bereitschaft.
Ich möchte, dass die Ziege bei mir bleibt, weil sie es möchte – nicht, weil sie auf etwas hofft.
Viele Menschen kommen ganz bewusst zu mir
weil sie genau diesen Weg suchen:
Vertrauen aufbauen ohne Bestechung,
ohne Druck, ohne Konditionierung auf Futter.
Ich möchte keine Mitarbeit, die aus Erwartung entsteht.
Keine Motivation, die an eine Gegenleistung geknüpft ist.
Kein Tier, das lernt, ständig nach Belohnung zu suchen.
Ich möchte ein Tier, das aus Vertrauen handelt.
Vertrauen kann man nicht füttern. Man kann es nur aufbauen.
Mein Training basiert auf:
100 %iger Konsequenz
klarer, bewusster Körpersprache
Geduld
gegenseitigem Respekt
und echter Beziehung
Besonders beim Führtraining und in der Kontaktaufnahme sehe ich meine Aufgabe darin,
als „Dolmetscherin“ zwischen Mensch und Ziegen zu wirken.
Ich mache auf feine Signale aufmerksam und helfe den Teilnehmern,
ihre eigene Körpersprache bewusst und klar einzusetzen.
Oft wird dadurch schnell verständlich, wie einfache, stimmige Kommunikation
zu einer harmonischen Zusammenarbeit führt.
Ein Gedanke, der mich dabei begleitet, stammt aus einer alten Erzählung:
Einst saß ein Rabbi mit anderen bei Tisch.
„Ich bin ganz sicher“, sagte er, „dass meine Anhänger stets das tun,
was ich ihnen auftrage.
„Einer der Anwesenden fragte voll Erstaunen, wie er sich dessen so sicher sein könne?
„Weil ich ihnen nur auftrage“, lautete die Antwort, „wozu sie sich auch imstande fühlen!“
Und genau darum geht es mir:
Aufgaben so zu gestalten, dass sie dem Tier gerecht werden
und Vertrauen wachsen kann.
